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    Ausführlicher Reisebericht zum Kilimandscharo-Trekking

    Hier können Sie den ausführlichen Reisebericht von Uwe P. aus Deutschland lesen. Er ist im September 2014 mit uns gereist.

    Am Gipfel des Kilimanjaros angekommen

    Ein Kilimanjaro Trekking ist ein einzigartiges Erlebnis – Erfahren Sie hier mehr dazu

    Eine verrückte Idee – und wie man jemanden davon begeistert:
    Wie kommt man auf die Idee zum Kilimanjaro zu reisen? Die Idee auf diesem Berg zu stehen, hängt mit einem Kinderatlas der frühen 70er Jahre zusammen. Riesig groß war dort der schneebedeckte Berg eingezeichnet und es schien so als könne man von dort ganz Afrika überblicken. Unvorstellbar war die Kombination aus Wüste, Urwald und Schnee. Aber zu dieser Zeit war alles eine unerreichbar scheinende Vision, ein Kindertraum.

    Der Gedanke an ein solches Abenteuer war aber immer mal wieder präsent. „Ein perfektes Workout“, so klangen die Worte eines Bekannten zwei Jahre zuvor an unsere Ohren. Also hieß es planen und eine Gruppe zusammenstellen. Wer hat Lust auf einen Bergspaziergang?? Die Antworten: Viel Kopfschütteln – Nicht dein Ernst – ist viel zu überlaufen – weiß du eigentlich wie hoch das ist? – ja mal sehen
    Am Ende war es eine kleine Reisegruppe – Wir zwei.

     

     

    Vorbereitung – Was braucht man um auf den Kilimanjaro zu kommen?
    Ein wenig Kondition kann nicht schaden. Zwei Jahre regelmäßiges Joggen standen nun auf dem Plan – und der magische Name des Berges half viele Male „den inneren Schweinhund“ zu überwinden. 🙂

    Mal eine Alpentour machen und die 3000er Grenze testen, als Indikator für die eigene Höhentoleranz und die gegenseitige Toleranz.
    Tipp: Eine Woche vorher in den italienisch-schweizerischen Alpen mal 5 Tage die 4000er besuchen. Das bringt eine gute Vorbereitung für die Höhe und hat einen Memory-Effekt für den Körper.
    Verboten: TV-Sendungen, YouTube-Videos usw. über die Besteigung – denn meist sind es schreckliche Berichte von Mühen, Kälte, Erschöpfung und Höhenkrankheit.
    Internetrecherche: Wer bietet eine Reise an, die mehr ist als nur auf den Berg zu gehen? Wo bekommt man auch die Natur des Nationalparks näher gebracht? Auch soziale Fragen im Hinblick auf die Träger standen im Fokus. Wenn reisen, dann so sozialverträglich und ökologisch wie möglich.
    Kleine Anekdote: Die typischen Bildungstouristen planen eine Reise: Ethiopian Airlines – „meinen die das ernst“ (Zitat aus unserem E-Mail Kontakt auf das erste Angebot). Wenn schon Afrika, dann eben richtig. Nicht das wir Vorurteile haben, nur so ein Bauchgefühl. Was wir nicht gedacht hätten, diese Airline gehört zu den modernsten und sichersten auf der Welt.
    Die Routenwahl: Für uns war die Wahl nicht so schwer, denn wer es gemütlich und abwechslungsreich liebt und sich gerne Zeit nimmt, wird die Rongai-Route für den Aufstieg und die Marangu-Route für den Abstieg wählen. Diese Route war einfach genial und führte uns zu den bekannten endemischen Pflanzen der Kilimanjaro Region und zu den beeindruckenden Lavahöhlen.

    In Afrika – Moshi

    Rote Blüte

    Am Fuße des Kilimandscharos blühen noch einige bunten Blumen

    Nach einem langen Flug tat es gut, eine perfekte Reiseorganisation zu genießen. Ein netter Fahrer mit einer Flasche Wasser empfing uns am Flughafen und brachte uns in das Hotel in Moshi. Ein Innenhof als Oase der Ruhe in dem hektischen Treiben der Stadt. Aber schon der Aufgang zu unserem Zimmer ließ einen Blick auf die „andere Seite“ des Lebens in diesem Land zu. In dem Hof mit halb zerfallenen Holzhütten wurden Hühner gezüchtet, Körbe geflochten, Autoreifen zerlegt um mit den Gummistreifen Schuhe zu flicken und vieles andere mehr.

    Wir übernachteten hier in Moshi wie zu Hause: viel zu luxuriös im Vergleich mit den Gegebenheiten im Land. Dann die seltsame Vorstellung, dass wir mit leichtem Gepäck wandern und alles für uns getragen wird. „Touristischer Kolonialismus“ – Erinnerungen an Spielfilme der 70er tauchen auf – Forscher mit Tropenhelm und eine Kolonne von „Bediensteten“.

    Aber ist der moderne Tourismus nicht auch eine Einnahmequelle für die Menschen in dem Land, eine Chance für viele? Solche Fragen haben wir mit unseren Guides noch mehrfach auf der Tour diskutiert.

    Am nächsten Tag lernten wir IHN dann kennen, unseren Guide Festo Pius, genannt „Dismas“. Mit kritischen Blicken nahm er unser Gepäck in Augenschein und befand die kleine Flasche Whiskey für den Gipfelschluck als das beste Ausrüstungsstück.

    Am nächsten Morgen stand dann der Bus vor der Tür, mit viel mehr Menschen als wir erwartet hatten. Eine Truppe von 12-14 Menschen nur dafür, dass wir beide den Gipfel erreichen, das war einfach unglaublich und die Frage ob

    Ein gut ausgebildeter Guide auf Ihrem Kilimandscharo Trekking

    Eine gut gelaunte Crew begleitet Sie zum Kibo

    das o.k. ist stand wieder im Raum. Aber viele lachende Gesichter und eine familiäre Stimmung ließen die Gedanken in eine andere Richtung wandern. Vielfältig waren die Eindrücke auf dem Weg, Siedlungen, Marktplätze, staubige Straßen und viele Kinder.

    Nach den Formalitäten erreichten wir den Startplatz der Rongai-Route. Wir wollten helfen die zahlreichen Dinge auszupacken, aber wir störten mehr als dass wir nützlich waren. Die professionelle Routine des Teams war zu merken. Es wurde für uns gekocht und mit Tischdecke und Servietten gedeckt – aber nur für uns. Dann ging es mit David, dem zweiten Guide, los. Mit einem kleinen Rucksack, in dem sich 2 Liter Wasser, etwas Wärmeres zum Überziehen und die Kamera befanden. Mehr brauchten wir für die nächsten 4 Stunden bis zum ersten Lager nicht.

    Der Weg dahin schien keine Höhenmeter zu haben, obwohl rund 700m auf dem Plan stehen. Leichtfüßig wanderten wir durch die Felder und erreichten den Pinienwald, dann einen kleinen Urwaldgürtel mit Rastplätzen, wie auf deutschen Prämiumwanderwegen. Colobus-Affen sprangen in den Ästen der Bäume umher.

    Nach und nach wurde der Wald weniger und durch eine Buschsteppe abgelöst, an deren Rand das Sekimba Camp lag. Auch hier wurde unsere Hilfe beim Zeltaufbau nicht benötigt. An diesem Abend aßen wir im „Restaurantzelt“ für uns, mussten aber feststellen, dass man auf uns wartete. Das Zelt war für die Übernachtung von drei Trägern vorgesehen. Wir beeilten uns und genossen noch den außergewöhnlichen Sternenhimmel. Nirgends ist es so dunkel und die Milchstraße so hell und deutlich wie am Äquator und dann dazu abseits der Zivilisation.

    Entdecken Sie die Einwohner der Wälder

    Colobus-Affen in der grünen Vegetation

    Die nächste Station, das Kikelewa Camp, lag fast 1000m höher, auf 3650m. Der Rucksack war an dem Tag etwas voller, da wir trotz gutem Wetter die Regensachen einpackten und für die 7-stündige Wanderung auch ein ordentliches Lunchpaket mitbekommen hatten. Hühnchen, Süßigkeiten, Softdrinks…

    Der Weg führte durch eine beeindruckende Moor- und Heidelandschaft. Das Wetter konnte besser nicht sein und die Temperaturen in 3000 m Höhe waren angenehm zum wandern. Spannende Abenteuer warteten etwas abseits der Wege. Dismas zeigte uns einige versteckte Höhlen. Der Weg zweigte ab Richtung Mawezi – einer weiteren über 5000m hohen Vulkanwand neben dem Kilimanjaro. Kurz nach Erreichen eines kleinen Passes, verließen wir den Weg und folgten dem unscheinbaren Trampelpfad zu einer unglaublichen Höhle. 50-60m konnten wir in das Lavagestein vordringen, das dort offensichtlich mit Kalkstein durchsetzt war, wie die Tropfsteine unschwer verrieten. Die Höhle ist noch gar nicht lange bekannt und bot spannende Aspekte von pflanzlichem Leben in fast vollständiger Dunkelheit.

    Die Zeltcamps sind sehr einfach

    Während der Tour übernachten Sie in Zelten

    Wir wurden hierher geführt, da wir unserem Guide von unseren Höhlenaktivitäten in Deutschland erzählt und dank Smartphone und gutem Empfang rund um den Berg schon erste Bilder angeschaut hatten. Dismas kannte die Wissenschaftler, die hier arbeiteten. Er freute sich über unser Interesse und stellte uns einen Kontakt zu den Forschern her.

    Wir waren fit. Von Höhenkrankheit nichts zu spüren. Nahe dem Camp floss ein kleiner Bach mit einer reichen Vegetation und dem baumförmigen Greiskraut. Wir gingen auf eigene Faust die Flora erkunden und genossen das milde Wetter, erfreuten uns an den schönen Fotomotiven und fühlten uns richtig gut als wir eine Gruppe wiedererkannten, die am Morgen mit uns aufgebrochen war und nun 3 Stunden später ziemlich erschöpft zum Camp „schlich“. Aufmunternd zeigten wir auf die nächste Biegung und versprachen, das in 15 Minuten alles geschafft sei. Eher Entsetzen in den Augen als Erleichterung. Wie wollte es diese Gruppe schaffen auf den Berg zu kommen?

    Ein toller Abend wartete auf uns. Wir bestellten den Kaffee am Zelt ab, regelten den Umgang mit dem Waschwasser neu und ganz pragmatisch und kamen nach und nach mit unseren Trägern ins Gespräch. Wir aßen zusammen mit unseren Guides und sprachen lange über ihr Leben, die Situation im Land, die Gegensätze und vieles mehr.

    Der nächste Tag führte uns zu dem eindrucksvollsten Camp auf der gesamten Route. Erstmals hatten wir das Gefühl es ging wirklich bergauf. Auf 4350m Höhe lag das Mawesi Tarn Camp und wir erreichten es in nicht ganz 4 Stunden. Wir hatten viel Zeit, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, aber ein kühler Wind wehte in der Höhe.

    Reisende in kleiner Höhle

    Zeit für Erinnerungsfotos

    Nur im Windschutz der Lavasteine war ein Sonnenbad mit freiem Oberkörper möglich. Trotz gutem Eincremens mit Sonnenmilch war nach 30 Minuten Schluss, da wir langsam zu „Rothäuten“ wurden. Ein Nachmittagsspaziergang im Mawesi-Massiv führte uns auf den Grat und der Kibo lag vor uns in der Atmosphäre des fantastischen Sonnenuntergangs.

    Das Camp war der Ort für unseren zusätzlichen Akklimatisierungstag. Der Morgen brachte eine Überraschung: viele Wolken, kaum Sonne und ein kühler Wind. Nach dem Frühstück sah es etwas besser aus. Trotzdem entschieden wir uns für das warme Unterzeug von Woolpower inklusive der langen Unterhose. Im Rucksack waren jetzt Handschuhe, Mütze und Regenzeug. Dann ging es ein Stück den Berg hinauf auf rund 4800m. An den Wänden hingen die Eiszapfen und die Wolken zogen an uns vorbei bis es schließlich anfing zu schneien. Ein unbeschreibliches Gefühl, das unsere beiden Begleiter nicht unbedingt teilen konnten. Erstmals erlebten wir, dass die Kälte unseren Begleitern zu schaffen machte. Gemeinsam tranken wir den warmen Tee und verliehen unsere Handschuhe. Das Lager hatte sich in den letzten drei Stunden erheblich gefüllt. Selten haben wir so viele frierende Menschen gesehen wie dort – Touristen in Daunenjacken oder ihre einheimischen Begleiter.

    Die Träger erhalten die Anweisungen für den Tag

    Ihre Kili-Crew bestehend aus Guide und Trägern

    Wir nutzten die Zeit mit anderen Wanderern zu sprechen. Zwei Engländerinnen berichteten, dass sie das Programm ändern würden. Ihre Ausrüstung sei wohl für eine Nachtwanderung auf den Kibo nicht geeignet und sie würden daher am Tage gehen, auch auf das Risiko hin den Gipfel nur in Wolken zu sehen.

    Spannender war es die Ausrüstung der anderen Träger anzusehen. Dabei wurde uns klar, wie gut im Verhältnis dazu unsere Träger versorgt waren. Gute wasserabweisende Jacken, recht stabiles Schuhwerk. Eine Menschenschlange wartete im Regen mit leichten Baumwolloberteilen und dünnen Jogginghosen frierend auf ihre Essensration. Aber alles noch im Rahmen der Vereinbarungen der Gewerkschaft der Träger, wie wir von Dismas erfuhren.

    Unvorstellbar: Obwohl alle Camps über Toiletten verfügten, wurden von einigen Gruppen eigene Toilettenzelte mit Campingtoiletten mitgebracht. Alles Material was getragen werden muss. Wir hatten am Vortag die Gelegenheit verpasst zu duschen. Also Wasser her, einmal freier Oberkörper im

    Blick in das Tal

    Über den Wolken

    Schneeregen und sparsam mit einer Schüssel warmen Wassers Haare waschen – frisch wurde alles von alleine. So saßen wir dann frisch geduscht in warmer Wollunterwäsche im Zelt und genossen das frisch gemachte Popcorn, Kaffee und warmen Tee. Das Abendessen war wie immer eine Delikatesse. Vorsuppe, frisches Gemüse, Fleisch und frisches Obst zum Nachtisch.

    Am Morgen war der Himmel wieder blau und so blieb es den Tag über. Nach drei Stunden erreichten wir die Kibo Hut – das Basislager. Diesmal hatten uns die Träger nicht wirklich eingeholt und waren zeitgleich mit uns angekommen. An diesem Lager bekamen auch wir die Höhe und die Auswirkungen der Sonne zu spüren. „Der Planet“ brannte gnadenlos senkrecht auf den Kopf. Es war viel zu warm, gleichzeitig viel zu kalt. Schneereste vom Vortag waren noch an vielen Stellen zu finden. Nirgends ein gemütliches Plätzchen; jeder Schritt, jede Steigung viel schwerer; Hunger, aber keinen Appetit – Höhenkrank? – Sonnenstich? – Wie sollen wir da hoch kommen? – alles fiel schwer. Aber es schien noch anderen so zu gehen. Viele apathische Gesichter, oder kam es uns nur so vor?

    Endlich Essen und die Besprechung vor der Wanderung: „Warm anziehen; ihr werdet kalte Füße bekommen – es ist nur eine Frage der Zeit. Das Wetter am Kibo ist unberechenbar.“ Wir wussten es besser – und der Langzeitwetterbericht von www.meteoblue.com passte genau. Wir trauten uns Propheten zu spielen: -10/–12°C, recht windstill und klarer Himmel.

    Nach einem kurzen und unruhigen Schlaf stand das Frühstück, oder besser Nachtessen, vor dem Zelteingang. 23.15

    Informationen zum Camp

    Informationen zum Kibo-Camp

    Uhr , wir zogen uns warm an. Doppelte Lage Unterwäsche, Wanderhose, dicke Socken, Wollflanellhemd und ein Fleece darüber, Mütze und Handschuh und irgendwie „angetreten“.

    Müde und erschöpft ging es im Schein der Taschenlampe los. Die ersten waren schon aufgebrochen und überall waren die “Glühwürmchen” zu sehen. Ein ruhiger Tag mit wenig Menschen versicherte uns Dismos. Viele Europäer und Amerikaner seien auch wegen Ebola nicht gekommen. Auf einmal konnten wir wieder plaudern. Das Laufen ging erstaunlich leicht. Wir überholten die ersten Gruppen. Bei einer kleinen Trinkpause nach einer Stunde entschieden wir uns das Fleece auszuziehen, Handschuh und Mütze waren schon lange wieder in den Taschen. Just in diesem Moment schauten sich zwei Reisegruppen unverständlich an. Die Gruppe nutzte nämlich die Gelegenheit noch eine zusätzliche Jacke anzuziehen. Dismas und David erkundigten sich skeptisch ob es uns gut ging. Da wir aber kurz darauf weiter meditativ „pole, pole“ Schritt für Schritt gingen, erzählten und lachten, waren die beiden beruhigt.

    Wie lang können 6km sein? Wir waren schon 4 Stunden unterwegs und der Zick-Zack Weg nahm kein Ende. Noch immer waren Lampen weit voraus zu sehen. Gillmanns Point kam nicht näher. „Pole pole“ und Geduld. „Wie lange noch? Ich habe Durst!“ „Wann machen wir Pause?“ So schnell werden aus erwachsenen Menschen kleine Kinder! Wir fragten uns das gegenseitig mit gequältem Lächeln. Aber Dismas schien deutsch zu verstehen. „Fifteen minutes“, kurz verschnaufen – es wurde nochmal steil. Und dann, fast unerwartet, standen wir am Kraterrand: Gillmanns Point. Verschnaufen, warmer Tee, Schokoriegel und alles war gut.

    Am Gipfel des Kilimanjaros angekommen

    Ein Kilimanjaro Trekking ist ein einzigartiges Erlebnis – Erfahren Sie hier mehr dazu

    Die Viertelstunde Pause gab neue Lebensenergie, der innere Rhythmus war nun beim Aufstehen – 5.00 Uhr. Mütze auf, Handschuhe an und weiter ging es nahezu flach zum nächsten Abschnitt entlang einer fantastischen Kulisse am Kraterrand und dazu der Sternenhimmel. Ganz am Horizont war die Dämmerung zu erahnen. Stella Point war schnell erreicht; kurze Pause und weiter. Weiter und weiter … und weiter. Wie weit noch? Warum ist das so verdammt anstrengend, es sollen doch nur 100 Höhenmeter sein. Merkwürdig, Merkwürdig. Umkehren jetzt? Nein – Durchhalten! Wirklich und wenn ja, warum? Dieses letzte Stück war eine der längsten 45 Minuten unseres Lebens.

    Aber dann war es da – das große Schild auf dem Kraterrand, der UHURU-PEAK, oder Kaiser Wilhelm-Spitze wie Hans Meyer die höchste Stelle am 6. Oktober 1889 nannte.

    Wir waren auf dem höchsten Berg Afrikas, dem höchsten freistehenden Berg der Welt und das bei Windstille und einem sagenhaften Sonnenaufgang. Der Gipfelschluck wurde mit anderen geteilt. So war die Flasche Whiskey schnell geleert.

    Ein unbeschreibliches Gefühl, das wir fast eine Stunde lang genießen konnten.

    Der Abstieg

    Der schneebedeckte Kibo

    Erhaschen Sie noch einen Blick auf den Gipfel – dort waren Sie

    Die Sonne stieg höher und es wurde deutlich wärmer. Kalte Füße waren kein Thema, wir legten weitere Schichten ab, unsere Guides noch nicht. Zügig ging es abwärts, es wehte ein leichter Wind. Dennoch war der Weg beschwerlich, ging in die Knie und die Müdigkeit und Unkonzentriertheit machten uns zu schaffen. Nach etwas mehr als zwei Stunden waren wir wieder im Lager. Glückwünsche, zwei Stühle, glückliche Träger und ein kleines Verwöhnprogramm mit süßem Saft sowie etwas zu Essen waren der Lohn für die Nachtwanderung. Dann hieß es packen und auf zum Horombo Camp.

    Eine Wanderautobahn durch die Lavawüste. Breit, vierspurig, der Handyempfang wurde gut genutzt. Es fing an zu regnen. Angekommen am Horombo Camp waren wir wie ausgewechselt. Der höhere Sauerstoffgehalt tat doch gut. Dennoch waren wir müde und ausgelaugt. Aber wir mussten noch feiern, eine knappe Stunde genossen wir mit allen gemeinsam bei Tanz und Gesang den großen Erfolg.

    Berge mit vereinzeltem Eis

    Nun folgt der Abstieg

    Nach dem Regen kam der Sonnenschein und vor uns lagen am letzten Tag noch 22 km und einige endemische Pflanzen, die wir unbedingt sehen wollten. Früh um 7.00 Uhr starteten wir, da alle Feierabend haben wollten. Wir verzichteten auf das Essen bei der Ankunft, damit alle Träger schnell zu ihren Familien kommen konnten.

    Dennoch blieb genug Zeit die letzte Etappe zu genießen. Bis zur Mandara Hütte wanderten wir durch die bekannte Moor und Heidelandschaft, die hier wegen der höheren Feuchtigkeit etwas ausgeprägter ist. Danach lag ein riesiges „Tropenhaus“ vor uns. Wir genossen in vollen Zügen das angenehme kühle Klima des Waldes und die ungeheure Artenvielfalt und profitierten von den Kenntnissen von Dismas, an denen er uns teilhaben ließ. Nach 5 Stunden Wanderung waren wir pünktlich um 12.00 Uhr am Nationalparktor.

    Unsere Eindrücke

    Es bleiben Zweifel und ein komisches Gefühl zurück, dass jedes Jahr 30.000 Touristen aus allem Ländern der Erde, und mehr und mehr Touristen aus Afrika selbst, auf den Kilimanjaro gehen und dafür weitere 35.000 Menschen jedes Jahr 10-12 mal die Strecke laufen. Oft nicht optimal ausgerüstet, viel zu schwer tragend, und damit auf Kosten der eigenen Gesundheit. Das ganze System so zu gestalten wie in Schweden oder in den Alpen wäre für jeden westlichen Tourismusexperten leicht. Es würde vielen Menschen jedoch eine Verdienstmöglichkeit nehmen.

    Wir als Reisende tragen Verantwortung, dass die Rahmenbedingungen für die Träger verbessert werden. Wir tragen mit dazu bei, dass sich ein merkwürdiges Trinkgeldsystem etabliert hat, das ein Zeichen für eine nicht zufriedenstellende Bezahlung ist. Was ist fair und was ist gerecht? Preise die nahe an das europäische Niveau heranreichen. Bezahlungen, die am Tag einem Stundenlohn entsprechen und doch konnte wir eine hohe Verkehrsdichte erleben und viele Träger verfügten über ein Smartphone. Wie passt das zusammen?

    Wir haben nach langen Gesprächen mit unserem Guide beschlossen, für einen Teil der Gruppe für eine bessere Ausrüstung zu sorgen. Dismas geht seit vielen Jahren mit den gleichen Trägern. Es gibt ein paar begabte junge Männer darunter, die er persönlich fördert, ihnen die Notwendigkeit der englischen Sprache aufzeigt und auch klar macht, das sie Chancen haben anders zu leben. Dafür ist es wichtig sich die Gesundheit zu erhalten. Dazu zählt auch optimal ausgerüstet zu sein.

    Wir werden nun insgesamt 5 vollständige Garnituren an Langarmhemden und langer Unterhosen der “lite-Serie” und Wandersocken für diese Gruppe zur Verfügung stellen, dazu zwei Rucksäcke mit ergonomischem Tragesystem für Dismas und seinen Assistenten bereitstellen.

    Auch erlebe-tansania ist das Wohlergehen der Trekking-Crew wichtig. Unser lokaler Partner in Tansania ist Mitglied der International Mountain Explorers Connection (IMEC). Die Mitglieder verpflichten sich zum fairen und verantwortungsvollen Umgang mit den lokalen Trägern. Hierzu gehören eine gerechte Bezahlung, die Beachtung der gesetzlichen Tragegewichtsgrenzen, die Ausstattung mit Kleidung und Schuhwerk, die an die Bedingungen der Besteigung angepasst sind, sowie eine angemessene Verpflegung und Unterkunft während des Kilimandscharo Trekkings.